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Sinn und Unsinn jährlicher Impfungen PDF Drucken E-Mail

Sinn und Unsinn jährlicher Impfungen.

Seit im Jahre 2006 im Zuge der Anpassung an das EU Gesetz  die Tollwutimpfung nur noch alle drei Jahre verabreicht werden muss,

herrscht auch bei dieser als auch bei den anderen sogenannten Pflichtimpfungen immer mehr Unsicherheit.

Der Bundesverband der praktizierenden Tierärzte hat nun auch eine geänderte Impfempfehlung für Hunde und Katzen herausgegeben. Grundsätzlich gilt: Gegen Staupe, Hepatitis, Parovirose, Leptospirose und Tollwut sollte jeder Vierbeiner immer sicher geschützt sein.

Staupe:
Staupe ist ein Virus, das in allen Ländern vorkommt und auch in Deutschland noch weit verbreitet ist. Ansteckung droht bei Kontakt mit Staupe infizierten Hunden oder auch infizierten Wildtieren z.B. Marder.

Parovirose:
Haupansteckungsquelle sind virushaltige Hundehäufchen, einmal daran geschnuppert und schon kann das Virus vom Hund aufgenommen werden.

Hepatitis:
Die Hepatitis ist eine ansteckende Virusleberentzündung des Hundes. Die H.c.c. (Hepatitis contagiosa cannis) ist nur für Wölfe, Dachse, Füchse, Stinktiere und Hunde übertragbar. Die Übertragung erfolgt über direkten Kontakt mit erkrankten Tieren oder deren Ausscheidungen. Selbst genesene Tiere können noch monatelang das Virus ausscheiden.

Für Staupe, Parovirose und Hepatitis gilt: Nach derzeitigen wissenschaftlichen Stand sind ab dem zweiten Lebensjahr (ausreichende Grundimmunisierung), Wiederholungsimpfungen  im dreijährigen Rhythmus ausreichend.

Leptospirose:
Hier handelt es sich um eine bakterielle Infektionskrankheit. Sie wird durch Spiralbakterien verursacht. Die Erreger kommen weltweit vor und können alle unsere Haustiere (z.B. Hund, Schwein, Rind) und wildlebende Tiere befallen. Die Krankheit ist auch auf den Menschen übertragbar. Die krankmachenden Stämme überleben in feuchten Böden und in tierischen Wirten. Durch die Ausscheidungen der befallenen Tiere wird die Ausbreitung der Bakterien gewährleistet. Bei der Leptospirose gilt: Eine jährliche Wiederholungsimpfung (in stark befallenen Gebieten häufiger) ist zu empfehlen. 

Tollwut:

Das Tollwutvirus ist  weltweit verbreitet, es verursacht eine immer tödlich verlaufende Krankheit. Die Infektion erfolgt über virushaltigen Speichel. Für die Tollwutimpfung gilt: Die Tollwutverordnung vom 20.12.2005 erklärt: Erwachsene, grundimmunisierte Hunde, müssen mit dem neuen, für mehrjährigen Impfschutz zugelassenen Impfstoff geimpft werden, anschließend gilt das in der Packungsbeilage des Impfstoffs genannte Impfintervall. Mit der mehrjährigen Tollwutimpfung kann man mit seinem Vierbeiner in alle EU-Länder einreisen auch nach England.

 

 

Fazit: Eine jährliche Auffrischimpfung „gegen Alles“ ist mit entsprechend zugelassenen Impfstoffen nicht notwendig.  Eine Ausnahme ist Leptospirose-Impfung die nach wie vor mindestens jährlich erfolgen sollte. Ausschlaggebend für die Impfintervalle, ist die in der Packungsbeilage angegebene Schutzdauer.

Ganz wichtig ist eine  Grundimmunisierung des Welpen in den ersten beiden Lebensjahren. Diese Grundimmunisierung sollte wie folgt aussehen?

  6. Lebenswoche: Parvo (beim Züchter)

  8. Lebenswoche: Staupe, Hepatitis, Parvo, Leptospirose (beim Züchter)

12. Lebenswoche: Staupe, Hepatitis, Parvo, Leptospirose, Tollwut

16. Lebenswoche: Staupe, Parvo, Tollwut

15. Lebensmonat: Staupe, Hepatitis, Parvo, Leptospirose, Tollwut

 

Beim Welpen sollte auf Impfstoffe mit mehrjährigen Schutz verzichtet werden. Übersicht der Impfstoffe mit längerer Schutzdauer:

Staupe, Hepatitis, Parvovirose:

Kombipräparat der Firma Intervet. „Nobivac SHP“ Dreijährige Immunitätsdauer

Tollwut:

Firma Pfizer: „Enduracell T“ Dreijährige Immunitätsdauer

Firma Intervet: „Nobivac T“ Dreijährige Immunitätsdauer

Firma Virbac: „Virbagen Tollwut-Impfstoff“ Zweijährige Immunitätsdauer
Letzte Aktualisierung ( Montag, 22. Dezember 2008 )
 
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