Wenn der Hund eine Zecke hat
Immer für eine böse Überraschung gut. zecke_1.jpgDass die von vielen als eklig empfundenen Blutsauger gefährliche Krankheiten übertragen, ist den meisten von uns bekannt. Zu den beiden wichtigsten, durch Zecken auf den Menschen übertragbaren Krankheiten zählen die Frühsommer - Meningoenzephalitis (FSME) und die Lyme-Borreliose. Gegen die Lyme-Borreliose gibt es für Hunde eine Impfung. Mit dieser können alle Hunde, auch trächtige Hündinnen und sogar Welpen ab der zwölften Lebenswoche gegen Zecken-Borreliose geschützt werden. Dagegen wird FMSE bei Hund und Katze sowie anderen Tierarten - als sogenannten Zeckenlähme - nur äußerst selten beobachtet. Kürzlich warnte das Veterinäramt München vor dem Aufenthalt auf einer Hundewiese in München, denn hier wurden während der letzten Jahre mehrfach mit Babesien verseuchte Zecken vorgefunden. Der Krankheitsverlauf der Babesiose ist für Hunde sehr schwerwiegend, wenn nicht sogar tödlich.


Was ist Babesiose und was sind Babesien?

Babesien sind Blutparasiten, die durch Zecken übertragen werden. Die durch diese Blutparasiten hervorgerufene Krankheit heißt Babesiose.


Können sich hiermit auch andere Tiere als der Hund anstecken ?

"Hunde an Babesiose gestorben". Diese Meldung wurde bereits letztes Jahr sowohl in den Zeitungen als auch im Rundfunk gebracht und darauf hingewiesen, dass die Krankheit nicht auf den Menschen übertragbar sei. In der Tat erkranken jedoch ebenfalls Rinder, Pferde, Schafe, Nagetiere und Katzen an Babesiose. Doch jede Tierart hat mehrere spezifische - sozusagen ganz persönliche - Erreger. Überträger der Blutparasiten sind verschiedene Zeckenarten. Bei Rindern ist die Erkrankung seit langem weltweit bekannt. Als auffälligstes Anzeichen wird bei Wiederkäuern blutiger Urin, das sogenannte "Blutharnen" oder "Weiderot" beobachtet. Daneben treten Fieber, Störungen des Allgemeinbefindens, Appetitlosigkeit und Durchfall auf. Pferde bekommen in der Regel Fieber, geschwollene Augenlider, punktförmige Blutungen am 3. Augenlid und weitere Beschwerden. Eine Babesien-Infektion der Katze ist äußerst selten und wurde bisher nur in Afrika, Indien und Kalifornien nachgewiesen.


Wie sieht die Babesiose beim Hund aus?

Die Babesiose setzt bei Hunden ebenfalls mit Fieber (mehr als 40°C) und auffälliger Apathie ein. Meist folgen Blutarmut, Appetitmangel, starker Durst und Schwäche. Allerdings können die Symptome höchst unterschiedlich sein, je nachdem welche Organe betroffen sind. Bisher wurde die Krankheit bei Hunden vorwiegend in warmen, südlichen Regionen beobachtet.


Wie kann man eine Babesien-Infektion feststellen und ist diese heilbar?

Die Diagnose der Babesiose erfolgt durch den Erregernachweis im Blut. Da die Krankheitssymptome so unterschiedlich sind, sollte man bei allen unklaren, fieberhaften Erkrankungen, die mit Blutarmut und blutigem Urin einhergehen, eine Blutuntersuchung durchführen lassen. Wird die Diagnose rechtzeitig gestellt, ist die Erkrankung durch spezielle Medikamente auch heilbar.


Wie kann man seinen Hund vor Babesiose schützen?

Da zeckenabwehrende Mittel (z.B. Zeckenhalsbänder, Spot-On-Produkte) in der Regel keinen hundertprozentigen Schutz bieten, wird empfohlen, Hunde von betroffenen Grünflächen fernzuhalten. Im Fall der Hundewiese in München (Gleisdreieck 'Hüllgraben' zwischen Tögingerstraße und Bahndamm) hat das städtische Veterinäramt an den Zugängen zur Grünfläche Warnschilder angebracht.

Artikel von Dr.med.vet. Ruth Wissler
Foto: Bayer / Maria Vollenberg
Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 14. Mai 2008 )